1951

Zum neuen Obermeister wird am 25. April Julius Walch gewählt, der die Bau-Innung Pforzheim. über 23 Jahre führt, darunter der Zeitraum des Wiederaufbaus der durch den Bombenhagel vom Abend des 23. Februars 1945 fast total zerstörten Stadt Pforzheim.

In dieser Zeit erhält Pforzheim sein heutiges vom Baustil der Nachkriegszeit geprägtes Gesicht. Zuerst jedoch müssen Kanäle repariert werden, Straßen teils neu befestigt, teils neu gebaut werden. Neue Brücken entstehen. Errichtet werden Wohngebäude, Sportplätze, Schulen, Turnhallen, Kirchen. Der Bahnhof, die Post, das Rathaus bekommen ein neues Gesicht. Große Neubaugebiete werden erschlossen und bebaut. Dies ist nur möglich mit solidem handwerklichen Können und Wissen. Die Mitgliedsbetriebe der Bau-Innung Pforzheim sind beim Wiederaufbau der Stadt wesentlich beteiligt.

Darüber hinaus widmet sich die Innung in dieser Zeit des Wiederaufbaus und des „Wirtschaftswunders“ sehr intensiv der Lehrlingsausbildung. Insbesondere Anfang der 50er Jahre suchen viele Jugendliche eine Ausbildung in Handwerksberufen der Bau-Innung. Diese Zeit geht auch als die Zeit der Umschüler in die Geschichte der Innung ein.

In den späteren Jahren des Wiederaufbaus lässt das Interesse am Erlernen eines der Bauberufe erheblich nach. Die Baubranche hat Schwierigkeiten, freie Stellen mit deutschen Bauarbeitern und Fachkräften zu besetzten. Bereits in den frühen 60er Jahren sind die Betriebe aufgrund der guten Auftragslage gezwungen, auf ausländische Arbeitskräfte zurückzugreifen. Ohne diese Mitarbeiter wäre der Wiederaufbau unserer Stadt nicht so zügig abgelaufen.

Mit bescheidenen Mitteln und mit Unterstützung des Baustoffhandels richten Obermeister Julius Walch und der Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses, Karl Keller, in der Gewerbeschule II in Pforzheim ein Lehrbauhof ein.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok